Evangelische
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Rheinau

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NEUES VOM "CAFÉ INTERNATIONAL" UND DER FAHRRADWERKSTATT

in und an der Martinskirche

Café International und Fahrradwerkstatt – ein Traum und mehr wird Wirklichkeit

Als ich Pfarrer Sulger in den ersten Januartagen 2022 auf die Nutzung der Martinskirche ansprach, hätte ich mir nicht träumen lassen, was nun daraus geworden ist. Damals schlug ich vor, für die im Edinger Riedweg und in der Bochumer Straße untergebrachten Geflüchteten aus Syrien, Afghanistan und den Maghreb-Staaten ein Café und evtl. Sprachkurse oder Spiel- und Sportmöglichkeiten anzubieten. Kurz danach informierte die Stadt Mannheim über die beiden Unterkünfte und es zeichnete sich ab, dass eine große Flüchtlingswelle auch aus der Ukraine kommen würde. Schnell fanden sich unter dem Namen „Rheinauer für Geflüchtete“ viele Hilfsbereite zusammen, denen die Räumlichkeiten der Martinskirche zur Verfügung gestellt werden konnten. Die Idee der Fahrradwerkstatt entstand und ich konnte erreichen, dass auch hierfür Raum freigemacht wurde. Zur Durchführung beider Projekte vermittelt Thorsten Riehle seither immer wieder finanzielle Unterstützung durch die Mannheimer Bürgerstiftung.

Tatsächlich kamen seit März 2022 sehr schnell sehr viele Menschen aus der Ukraine. Sie sind inzwischen die Hauptgruppe, die das Café International besucht, das regelmäßig freitags von 14.30 -17.00 Uhr von Renate Kölling-Netscher und Wolfang Göck, unterstützt durch Hans Held, geöffnet wird. Michaela P. Schulz vertieft währenddessen mit den Besucher*innen deren Deutschkenntnisse, indem sie Lektionen aus deren Sprachkursen erklärt und wiederholt, spielerisch mit ihnen Neues lernt oder sich einfach mit ihnen unterhält und ihnen in Alltagsangelegenheiten weiter hilft.
Manche der Unterstützer*innen, wie Familie Helfert, nahmen selbst lange Zeit Ukrainer*innen auf Auch durch die Begegnungen im Café entstehen immer wieder intensivere Kontakte. So begleitet Familie Held z.B. Irina. Sie ist 63 Jahre alt, freundlich, ruhig und zuverlässig. Leider hat sie noch immer keine Wohnung gefunden. Sollten Sie eine Wohnung vermieten oder vermitteln können, wenden Sie sich gerne an Familie Held, Telefon 897472.

Die Menschen aus der Ukraine sind dafür sehr dankbar und haben uns dies im Weihnachtsgottesdienst der Martinskirche am 26.12.2022 mit ukrainischen und deutschen Liedern („Stille Nacht“ und „O du fröhliche“ erklang in beiden Sprachen) innig gezeigt. Am Abend vor dem orthodoxen Neujahr am 13.01.2023 haben sie uns dann mit einer üppigen und leckeren Boschtsch-Mahlzeit verwöhnt. Dass sie gerne singen, haben sie auch hier mit Liedern aus ihrer Heimat deutlich gemacht. Bei der ukrainischen Nationalhymne waren wir alle sehr ergriffen und konnten nur ahnen, welche Gedanken die Sänger*innen bewegen.

Wie das Café arbeitet das Team der Fahrradwerkstatt um Isabell Widera, Gregor Goldmann und Andreas Wagner selbst im Winter jeden Freitag.  Seit Eröffnung konnten nach vorsichtigen Schätzungen mindestens 100 Räder repariert und in gutem, verkehrssicheren Zustand an neue Eigentümer*innen gegeben werden. Manchmal mussten sogar Leute weggeschickt werden, weil keine Räder mehr da waren. Manche, die ein Fahrrad haben wollten, konnten unter fachkundiger Anleitung selbst mithelfen, das neue Gefährt fahrbar zu machen. Einige Fahrräder wurden zurückgebracht, weil die Nutzer*innen Mannheim verlassen mussten. Die Räder konnten so an andere weitergegeben werden. Da im Frühling wieder mit einem größeren Bedarf zu rechnen ist, freut sich das Werkstattteam ab Mitte März über weitere Radspenden. Wenn Sie ein Fahrrad abzugeben haben, können Sie es dann während der Öffnungszeiten der Werkstatt freitags ab 16.30 Uhr einfach an der Martinskirche vorbeibringen oder Sie setzen sich mit Hans Held (Telefon 897472) oder mir (r.koester-buhl@gruene-mannheim.de) in Verbindung. Wir melden uns bei Ihnen und besprechen die Abholung.

Auch die Nadelrunde donnerstags wollen Frauen aus der Ukraine bereichern. Und es gibt noch viele weitere Ideen, z.B. eine Leseecke im Café mit einem öffentlichem Bücherregal, ein Repaircafé…mal sehen, vielleicht lassen sich auch da noch Träume oder mehr verwirklichen.

Roseluise Koester-Buhl

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