Evangelische
Gemeinde
Rheinau

Monatslieder 2021 und 2022

 

Mai 2022: +138 Geh mit Gott

Es ist noch fast dunkel, wenn ich morgens das Haus verlasse, um zur Arbeit zu gehen. Ich weiß nicht recht, was mich heute erwartet. Es gibt viele ungewisse Situationen, die vielleicht sogar unangenehm werden könnten. Ich fühle mich etwas unsicher und unwohl. Ich denke, solche Situationen haben wir alle schon erlebt – ob auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule.

Aber eines ist doch ganz klar: egal, was uns erwartet oder wie eine Situation für uns verläuft, Gott ist immer bei uns. Er begleitet uns, auch wenn wir ihn nicht besonders wahrnehmen. Er ist da. Wir können auf ihn zählen.

Dieses Lied fordert uns zunächst nur auf, mit Gott zu gehen, ehe wir dann aktiv und bewusst zustimmen und sagen: Ja, Gott, mit dir will ich gehen und mich auf dich und deinen Segen verlassen!

 

   Herzliche Grüße, Sybille Buchmann 

 

 

April 2022: +219 Wir stehen im Morgen

Tanzen Sie? Sind Sie schon mal vor Freude durchs Haus oder über den Hof getanzt?

Tanzen ist eine sehr ausdrucksstarke Bewegung. Man kann durch Tanz viele Gefühle ausdrücken und selbst erleben.

Hier in unserem Monatslied ist die Taktart und der Rhythmus entscheidend dafür, dass es ein fröhlicher Tanz wird. Und der Anlass könnte kaum freudiger sein: die Frauen kommen zum Grab, um Jesu Leichnam zu salben und finden den Stein, der das Grab verschlossen hatte, weggerollt. Das Grab ist leer! Jesus ist auferstanden, er ist nicht mehr tot! Nach dem ersten Schrecken kann ich mir gut vorstellen, dass die Frauen tanzend und froh lachend zu den Jüngern geeilt sind, um ihnen die Nachricht zu erzählen.

Lassen Sie sich anstecken von der tanzenden Osterfreude in unserm Monatslied!  

 

  Herzliche Grüße, Sybille Buchmann 

 

 

 

 

 

Monatslied März 2022: + 168 Kostbar war der Moment

 

„Kostbar war der Moment, als sie das Haus betrat, das Salböl in den Händen, um Liebe zu verschwenden. Kostbar war der Moment. Gepriesen, was sie tat!“

Diesem Lied liegt die Geschichte der Salbung in Betanien zu Grunde (Matthäus 26, 6-13). Jesus war zu Gast bei Simon. Sie saßen gemeinsam mit den Jüngern am Tisch, vielleicht aßen sie gemeinsam, als eine Frau das Haus betrat. Sie hatte ein Fläschchen mit kostbarem Salböl dabei. Mit diesem Öl benetzte sie den Kopf Jesu. Einige Jünger waren empört, hätte man dieses teure Öl doch für viel Geld verkaufen, und das Geld den Armen geben können. Jesus sieht das jedoch anders. Er sagt: „Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Denn Arme habt ihr immer bei euch, mich aber habt ihr nicht immer.“ Er sieht in der Handlung der Frau die Vorwegnahme der Salbung nach dem Tod. Und am dritten Tag nach seiner Kreuzigung wollten die Frauen genau dieses traditionelle Ritual an ihm vollziehen, nur fanden sie das Grab leer.

Eine Salbung galt in der biblischen Zeit auch als Sinnbild für einen König, den Gott als Herrscher auserwählt hat. Beispielsweise wurde David vom Propheten Samuel zum König gesalbt und bekam somit den göttlichen Auftrag, über das Volk zu herrschen.

Man kann die Geste der Frau also durchaus doppeldeutig verstehen.

„Kostbar war der Moment, als Gott den Raum betrat.“

  Herzliche Grüße, Sybille Buchmann 

Monatslied Februar 2022: Ob ich sitze oder stehe +186

Der Text dieses Liedes hat seinen Ursprung im Psalm 139. Eugen Eckert, der u.a. als Stadionpfarrer der Commerzbank-Arena Frankfurt bekannt wurde, formulierte den Text passend zur Melodie von Torsten Hampel. Eckert und Hampel spielten einige Jahre gemeinsam in der Band Habakuk.

Von Eugen Eckert finden wir im Stammteil unseres Gesangbuches noch „Bewahre uns Gott, behüte uns Gott“. Das ist Ihnen bestimmt bekannt. Aber er schrieb noch etwa 1500 weitere Lieder, teilweise in den kirchlichen Gemeinden gern gesungen. Mit dem Verein inTAKT e.V. setzt er sich für das neue geistliche Lied ein.

„Ob ich sitze oder stehe, ob ich liege oder gehe, bist du Gott bei mir.“     

Ist das nicht ein wunderbares Gefühl? Gott ist immer bei uns, egal was wir gerade tun oder wie es uns gerade geht. Ob wir fröhlich, traurig, wütend oder verzweifelt sind, Gott ist um uns wie ein Schutzanzug. Er sorgt sich um uns und lässt uns niemals im Stich. So können wir ganz im Vertrauen darauf unseren Lebensweg gehen, durch Sonne und durch Regen. 

„Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“

Im Psalm heißt es weiter: „nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.“

Lassen wir uns doch darauf ein und vertrauen Gottes Zusage. Und erinnern wir uns mit diesem Lied immer wieder daran, dass wir nicht allein sind!

  Herzliche Grüße, Sybille Buchmann 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Monatslied Januar 2022: Wie schön leuchtet der Morgenstern EG 70, 1+2+4+6

Mit dem Januar beginnt ein neues Jahr. Der sogenannte Weihnachtsfestkreis, der von der Adventszeit bis kurz vor die Passionszeit dauert, bildet eine Brücke über den Jahreswechsel hinweg. Die Epiphaniaszeit bildet den Abschluss dieses Festkreises (2022 ist der 31. Januar der letzte Sonntag nach Epiphanias).

In diese Zeit gehört das Lied, das ich für den Januar ausgesucht habe: „Wie schön leuchtet der Morgenstern“.

Der Text und auch die Melodie stammen aus einer Feder, nämlich die von Philipp Nicolai. Er schrieb das Lied 1599 als er in Unna Pfarrer war. Es entstammt dem Werk: „Freudenspiegel des ewigen Lebens“, das er nach der Pest in Unna verfasste. In diesem findet sich auch „Wachet auf, ruft uns die Stimme“. Beide Lieder sind übrigens auch im katholischen Gotteslob zu finden.

                                     

Die sechste Strophe unseres Januar-Liedes wurde von Johann Sebastian Bach mit einem vierstimmigen Satz versehen. Bach verwendete beide Lieder als Basis für zwei seiner über 200 erhaltenen Kantaten.

Wenn Sie gerne im vierstimmigen Bachsatz die sechste Strophe singen möchten, finden Sie eine Aufnahme und Noten hier> 

  Herzliche Grüße, Sybille Buchmann 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Monatslied für den Dezember: O Heiland reiß die Himmel auf EG 7

 

Nun beginnt wieder die wunderbare Vorweihnachtszeit. Es ist abends früh dunkel, weshalb die geschmückten Straßen und Häuser besonders gut zur Geltung kommen. Zuhause wird öfter eine Kerze angezündet, vielleicht gibt es Plätzchen oder sogar einen Bratapfel? Schöne Musik dazu darf nicht fehlen. Mit den Kindern wird gebastelt und überall geht es geheimnisvoll zu, beim Geschenke vorbereiten und verpacken für das Weihnachtsfest…

So wäre es schön, und so könnten wir auch tatsächlich eine ruhige Zeit der Vorbereitung auf das große Weihnachtsfest erleben. Leider sieht die Realität anders  aus. Wir hasten durch die Gegend, vieles muss noch vor den Festtagen erledigt werden und wir haben gar keine Chance zur Ruhe zu kommen. Vielleicht nehmen wir uns dieses Jahr mal bewusst vor, nur die notwendigen Dinge zu tun und uns ganz auf „Advent“ (= Ankunft) einzulassen. Dazu gehören dann auch die Adventslieder, wie z.B. „Es kommt ein Schiff geladen“ oder „Macht hoch die Tür“ oder unser Monatslied „O Heiland reiß die Himmel auf“. Es ist eben noch nicht Weihnachten. Die Weihnachtslieder, die man schon überall hört, gehören noch nicht in die Zeit, in der man sich auf den Weg zur Krippe macht.

Denn: „Alles hat seine Zeit“, dieser Vers steht schon in der Bibel im Alten Testament (Prediger 3,1-9).

Es ist doch so: etwas, auf das man sich lange freut, ist dann umso wertvoller.

Versuchen wir doch mal, uns die Weihnachtslieder wirklich für die Weihnachtszeit (die ja nicht am 26.12., sondern tatsächlich erst Ende Januar endet) aufzuheben.

In diesem Sinne habe ich ein wunderbares Adventslied für den Dezember ausgesucht.

  Herzliche Grüße, Sybille Buchmann 

 

 

 

Monatslied für den November: +9 Blinde werde sehn, Lahme werden gehn

 

Kennen Sie den uralten Film „Die Wüste lebt“? So ganz dunkel kann ich mich an eine Szene daraus erinnern, wie sich nach einem Regen für kurze Zeit die  sandige, trockene, heiße Steppe in ein Blütenmeer verwandelt und alles zum Leben erwacht.

Dieses Bild habe ich vor Augen, wenn ich unser November-Monatslied singe.

Wenn das Blütenmeer nicht nur von kurzer Dauer wäre…

das wäre schön!

Das Lied verspricht uns lauter wunderbare Dinge. Blinde werden sehen, Lahme gehen, die Wüste wird blühen... Aber noch ist das eher ein Wunschtraum. Wir warten auf Gottes Wiederkehr. Dann, „wenn die Herrlichkeit des Herrn erscheint“, können wir damit rechnen. Dann kommt unsere verrückte Welt in Ordnung. Freuen wir uns darauf!

    Herzliche Grüße, Sybille Buchmann 

 

 

Monatslied für den Oktober: EG 445 Gott des Himmels und der Erden

 

In diesem Monat möchte ich Sie einladen, mit mir ein Morgenlied zu singen. Ich weiß nicht, ob es Ihnen bekannt ist. Vielleicht kennen Sie die fünfte Strophe als Gebet: „Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort…“

Der Verfasser des Liedes, Heinrich Albert, hat sowohl den Text als auch die Melodie geschrieben. Es ist also ein Werk, das 1642 in „einem Guss“ entstanden ist. Heinrich Albert ist der Cousin des berühmten Heinrich Schütz. Er war der Lehrer von Albert.

Mit diesem Lied können wir Gott Danke sagen für Seine schützende Hand, für Sonne und Mond und -natürlich, es ist ja im Gesangbuch bei den Morgenliedern eingeordnet – für die behütete, gute Nacht.                                                                                       

Aber das Lied lenkt auch den Blick in die Zukunft, sogar bis zum Lebensende (in der 7. Strophe).        

Lassen Sie uns dieses eingängige Lied zusammen singen.

 Herzliche Grüße, Sybille Buchmann 

                                                                                                              

 

Monatslied für den September: EG 457, Der Tag ist seiner Höhe nah

 

Lassen Sie uns eine Pause im Tageslauf machen!

Dieses Lied lädt genau dazu ein. Innehalten. Abschalten. Auf sich hören. Auf Gott hören.

Im lauten Alltag verpasst man die wichtigen und kleinen Details, die das Leben ausmachen. Und man überhört ganz leicht die Stimme Gottes. Er ist nicht laut. Er muss nicht laut sein, um alles zu übertönen. Seine Stimme und sein Handeln, sein Segen wirken im Stillen und manchmal auch im Verborgenen.

Dieses Lied findet sich im Gesangbuch im Kapitel „Mittag und das täglich Brot“. Es kann als Tischgebet vor den Mahlzeiten gesungen werden. Sie sind die Entspannungs- und Ruheoasen im Tagesablauf.

Vielleicht mögen Sie dieses Lied genau zum Einstimmen auf so eine „Ruhezeit“ einmal singen.

 

 Herzliche Grüße, Sybille Buchmann  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Monatslied für den August: EG 510, Freuet euch der schönen Erde

 

Auch im Sommermonat August habe ich nochmal ein Natur- und Loblied ausgewählt. Es gehört zu meinen am liebsten gesungenen Liedern.

Dieses Lied ist wie ein Gemälde:

Stellen Sie sich – gerne so richtig übertrieben und ganz nach Geschmack – ein romantisches Schloss vor. Sie betreten den Thronsaal. Er ist reich geschmückt und der Thron mit Baldachin erstrahlt in kräftigen Farben, richtig prunkvoll. Der König, ein gütiger und sorgender Herrscher, sitzt mit seinem weiten Umhang auf dem Thron. Seine Füße hat er auf einem kleinen Fußbänkchen ruhen. Dieser Schemel steht mit seinem Schmuck dem im Thronsaal und dem Thron selbst in nichts nach. Im Gegenteil: er ist sogar noch prächtiger anzusehen. Und das, obwohl es doch nur ein Schemel ist.

Ein wunderbares Bild, das man sich in allen Farben und Facetten ausmalen kann. Es verdeutlicht sehr schön, welch eine Ausstrahlung, welch ein herzliches, prachtvolles und doch gütiges Wesen unser Gott hat!

Stimmen Sie mit ein in den Lobgesang für Gottes Schöpfung!

  

  Herzliche Grüße, Sybille Buchmann        

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Monatslied für den Juli:  +106 Auf, Seele, Gott zu loben!

Liebe Gemeinde,

Der Sommer ist da! Oft ist es so warm, dass man gar keine Lust hat, sich zu bewegen oder sich irgendwie zu betätigen. In der Sonne liegen, mit einem kühlen Getränk und das ganze am besten in der Nähe von Wasser zum Abkühlen, das wäre in den heißen Tagen das Beste.

Aber lassen Sie uns mit diesem Lied doch einmal schauen, was um uns herum ist.

Der Himmel ist weit gespannt. Vielleicht sind ein paar Wolken am Himmel, sogenannte Schönwetterwolken. Im Lied heißen sie klangvoll „Wolkenwagen“. Dann gibt es da noch die „Windfittiche“. Ich stelle mir darunter einen leichten, kühlenden Luftzug vor. Er kommt in der Sommerhitze gerade recht.

In der zweiten Strophe wird vom Licht, das Gott entzündet hat, und vom Himmelsheer gesprochen. Das ist ja etwas besonders Schönes, den Sommerhimmel in der Nacht mit dem ganzen Himmelsheer zu beobachten. Vielleicht huscht auch eine Sternschnuppe über den Himmel?

Und wir können noch mehr entdecken: im Wald auf einer Lichtung ist eine kühlende Quelle, wunderbar erfrischend.

Für die dritte Strophe müssen wir früh morgens raus. In der Morgenkühle laufen wir barfuß durchs feuchte Gras… dazu der morgendliche Vogelgesang. So kann der Tag starten.

Jetzt fehlen nur noch unser Singen und Danken für die schöne und wohltuende Natur und ihren Schöpfer!

Stimmen Sie mit ein in den Lobgesang für Gottes Schöpfung!

  Herzliche Grüße, Sybille Buchmann              

 

 Verschiedene Interpreten und Chöre unserer Gemeinde laden ein:

>> viel Freude mit unserer Musik